Informationen zum Familienrecht
Kanzlei Nicola TreydeZur PersonAnfahrtKontaktImpressum / Datenschutz

Tipps für Frauen
Tipps für Männer
Trennung
Scheidung
Ehegattenunterhalt
Kindesunterhalt
Betreuungsunterhalt lediger Mütter
Gerichtsurteile
Was ist neu nach der Unterhaltsreform (1.1.2008)?
Sorgerecht / Sorgerechtsreform (Neu!)
Umgangsrecht
Versorgungsausgleich
Zugewinnausgleich
Gemeinsame Konten und Schulden
Ehewohnung
Ehevertrag / Scheidungsfolgenvereinbarung
Brauche ich einen Ehevertrag?
Was kann man in einem Ehevertrag regeln?
Wann kann man einen Ehevertrag abschließen?
Was kostet ein Ehevertrag?
Was ist eine "Scheidungsfolgenvereinbarung"?
Brauche ich als Mann eine Scheidungsfolgenvereinbarung?
Brauche ich als Frau eine Scheidungsfolgenvereinbarung?
Was kann man in einer Scheidungsfolgenvereinbarung regeln?
Was kostet eine Scheidungsfolgenvereinbarung?
Steuern (Beiträge von Steuerberater K. Treyde)


Was kann man in einem Ehevertrag regeln?

In einem Ehevertrag kann man alles regeln. Üblicherweise werden folgende Punkte geregelt:

Güterstand

Der wichtigste Punkt in einem Ehevertrag ist die Regelung des Güterstandes, d.h. ob Gütergemeinschaft oder Gütertrennung vereinbart wird oder die Regelungen des gesetzlichen Güterstandes der Zugewinngemeinschaft modifiziert werden. Wichtig ist, dass Sie sich über die Möglichkeiten informieren und auch die steuerlichen Aspekte hier nicht außer acht lassen.

Die am häufigsten angewandte Regelung ist die modifizierte Zugewinngemeinschaft. Dabei wird der Zugewinnausgleich nicht gezahlt, wenn sich die Partner scheiden lassen. Nur im Todesfall soll es beim Zugewinnausgleich verbleiben, d.h. das Erbrecht des Ehegatten soll nicht beschnitten werden. Dies ist nicht nur sinnvoll, sondern spart auch Erbschaftssteuern.

Versorgungsausgleich

Sie können es bei der gesetzlichen Regelung belassen, wonach bei der Scheidung die Rentenanwartschaften zwischen den Ehepartnern ausgeglichen werden. Oder Sie können den Versorgungsausgleich ausschließen. Dies sollte jedoch nur dann gemacht werden, wenn beide Ehepartner über eine eigenständige, ausreichende Altersvorsorge verfügen.

Unterhalt

Sie sollten, soweit möglich, auch den Unterhalt mitregeln, nämlich den Unterhalt, der an den Ehegatten nach der Scheidung zu zahlen ist und den Kindesunterhalt.

Den Kindesunterhalt dürfen Sie nicht zum Nachteil des Kindes kürzen, allenfalls erhöhen oder modifizieren. Grundsätzlich ist der Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle zu zahlen. Daher entbrennt hier selten ein Streit.

Wichtig ist aber der Nachscheidungsunterhalt. Die häufigste Regelung ist hier wohl der gegenseitige Verzicht der Ehepartner auf Unterhaltsleistungen auch für den Fall der Not. Dies gilt selbstverständlich nur dann, wenn beide Ehepartner berufstätig sind und die Ehe kinderlos bleiben soll. Sie können die Unterhaltspflicht auch auf eine gewisse Zeit nach der Scheidung beschränken, z.B. dass nur bis 5 Jahre nach der Scheidung Unterhalt gezahlt wird. Sie können auch einen einmaligen Abfindungsbetrag vereinbaren oder auf Unterhalt nur dann verzichten, wenn Ihnen der Miteigentumsanteil an der Ehewohnung übertragen wird.

Wenn die Ehe nicht kinderlos bleiben soll, empfiehlt sich hier, eine Beschränkung einzubauen: Als betreuender Ehepartner sollten Sie für die Zeit der Kindererziehung nicht auf Unterhalt verzichten.

Jede denkbare Regelung ist möglich.

Erbrecht

Oft werden auch im Rahmen des Ehevertrages Erbfolgen mitgeregelt, z.B. die Ehegatten setzen sich als Alleinerben ein oder setzen ein sogenanntes Berliner Testament auf, wonach zunächst der Ehegatte alles erbt und erst nach seinem Versterben die Kinder erben.

Elterliche Sorge

Schwierig ist es bei den Regelungen die Kinder betreffend: Die elterliche Sorge können Sie nicht in einem Vertrag regeln, da immer zugunsten des Kindeswohls entschieden wird. Sie können hier aber Absichtserklärungen aufnehmen, z.B. dass es beim gemeinsamen Sorgerecht verbleiben soll und bei wem das Kind leben wird. Dies ist dann ein Vorschlag an das Gericht, wie bei der Scheidung entschieden werden sollte, aber eben nicht bindend.