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Elterliche Sorge

Sie sollten es, wenn irgend möglich, bei dem gemeinsamen Sorgerecht belassen. So sieht es auch der Gesetzgeber vor und so entscheiden auch die Gerichte. Bedenken Sie, dass Sie sich zwar von Ihrem Partner getrennt haben, dieser aber immer noch der Vater bzw. die Mutter Ihres Kindes bleibt. Bedenken Sie auch, dass Sie sich nicht in den alltäglichen Angelegenheiten, sondern wirklich nur in den seltenen, wichtigen Dingen mit dem anderen Elternteil absprechen müssen und bei Notfällen ohnehin sofort alleine entscheiden können. Das gemeinsame Sorgerecht spielt im alltäglichen Leben keine besonders große Rolle. Das Kind lebt weiterhin bei Ihnen, Sie erhalten weiterhin den Kindesunterhalt und mit dem Umgangsrecht hängt das Sorgerecht ohnehin nicht zusammen.

Einzelfälle:

  • Wenn Ihr Ehepartner tatsächlich nicht in der Lage ist, das gemeinsame Sorgerecht auszuüben, z.B. im Ausland lebt oder im Gefängnis sitzt, dann sollten Sie das alleinige Sorgerecht beantragen.

  • Wenn Sie sich mit Ihrem Ex- Partner so zerstritten haben, dass Sie sich auch über die einfachsten Dinge nicht mehr ruhig unterhalten können, bringt dies natürlich Probleme bei der Ausübung des gemeinsamen Sorgerechts mit sich. "Einfache" Meinungsverschiedenheiten reichen aber normalerweise nicht aus, um die alleinige elterliche Sorge zu beantragen. Es wird von Ihnen verlangt, dass Sie die Paarebene und die Elternebene trennen. Dies ist die Meinung des Gesetzgebers und der Gerichte und daher letztlich auch von Ihnen zu beachten. Die Gerichte entscheiden schließlich über die Gewährung des alleinigen Sorgerechts.

  • Das alleinige Sorgerecht wird Ihnen von den Gerichten nur dann zugesprochen, wenn dies zum Wohl Ihres Kindes unbedingt notwendig ist. Dies sollten Sie bedenken, bevor Sie hier einen Antrag auf alleinige Sorge stellen. Nicht nur für Sie sondern, auch für Ihr Kind bringt ein Verfahren eigentlich immer eine große nervliche Belastung mit sich.

Bevor Sie einen Antrag auf Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge stellen, sollten Sie mit Ihrem Expartner sprechen. Sollte er diesem Antrag zustimmen, dann wird die Sorge auf Sie übertragen - völlig unproblematisch.

Einen Antrag auf Übertragung des alleinigen Sorgerechts können Sie selbst bei Gericht stellen oder Sie beauftragen einen Anwalt damit. Der Anwalt kennt die Rechtslage und kann Ihnen Auskunft über die Erfolgsaussichten eines Verfahrens geben, bevor Sie hier viel Zeit und Nerven investieren. Bedenken Sie auch, dass ein Gerichtsverfahren nicht nur Sie, sondern auch Ihr Kind belastet. Sie sollten daher sicher sein, dass das Gerichtsverfahren nicht umsonst ist und sich hier von einem Anwalt über die Rechtslage beraten lassen.

Wenn Sie nicht viel verdienen, müssen Sie weder Gerichtskosten noch die Kosten eines Anwaltes tragen, denn dann bekommen Sie "Prozesskostenhilfe". Auch hier kann Ihnen Ihr Anwalt Auskunft geben.