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Kann ich das Umgangsrecht einschränken oder verhindern?

Beide Elternteile sind verpflichtet, dem Kind und dem anderen Elternteil ungestörten Kontakt zueinander zu ermöglichen. Die Gerichte haben entschieden, dass es für die Entwicklung des Kindes sehr wichtig ist, zu beiden Elternteilen regelmäßig Kontakt zu haben. Verhindert ein Elternteil dies, so liegt darin in aller Regel eine ernsthafte Gefahr für das Wohl des Kindes.

Sie dürfen also nur bei schwerwiegenden Gründen dem anderen Elternteil das Umgangsrecht verweigern. Anerkannt werden z.B. Missbrauch, Alkohol, Drogen. Nicht ausreichend ist oft, dass Ihr Kind trotz seines Alters wieder einnässt oder andere Auffälligkeiten zeigt. Selbstverständlich ist dies nicht nur ein Grund zur Sorge, sondern auch zum Handeln. Lassen Sie sich hier von dem Jugendamt, dem Kinderschutzbund, der Kinderschutzambulanz oder ähnlichen Stellen helfen.

Wenn der Grund für das Verhalten Ihres Kindes nicht die Trennung an sich ist, sondern die Person und das Verhalten des anderen Elternteils, dann sollten Sie das Umgangsrecht entweder aussetzen, einschränken oder einen betreuten Umgang verlangen.

Wenn Ihr Kind Auffälligkeiten zeigt, sollten Sie handeln. Sie sollten aber gleichzeitig bedenken, dass Sie ein Umgangsrecht Ihres Kindes mit dem anderen Elternteil im Normalfall nicht beschränken dürfen. Spätestens im Gerichtsverfahren wird der Richter dann entscheiden, dass ein Umgangsrecht besteht und Ihr Expartner wird sein Recht durchzusetzen versuchen.

Wenn Sie trotz anderslautendem Gerichtsurteil weiterhin ein Umgangsrecht verweigern, kann dies mit Zwangsgeld oder Zwangshaft durchgesetzt werden.

Die Festsetzung des Zwangsgeldes (unter Umständen in erheblicher Höhe) wird der erste Schritt sein. Das Zwangsgeld muss jedoch zunächst angedroht werden, so dass Ihnen hier immer noch eine Reaktionszeit verbleibt.

Das Gericht kann aber auch in das Sorgerecht eingreifen! Haben Sie die gemeinsame elterliche Sorge, kann das Gericht z.B. das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf Ihren Expartner übertragen. Ihr Expartner kann das Kind dann zu sich holen. In Extremfällen kann sogar die elterliche Sorge komplett auf Ihren Expartner übertragen werden.