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Was kann ich tun, wenn mir ein Umgangsrecht mit meinem Kind verweigert wird?
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Was kann ich tun, wenn mir ein Umgangsrecht mit meinem Kind verweigert wird?

Sie sollten nicht lange warten und alle möglichen Hebel in Bewegung setzen, um ihr Kind wieder sehen zu können. Je länger Sie ihr Kind nicht sehen, desto schwieriger wird es, wieder eine normale Besuchssituation herbeizuführen. Kinder entfremden sich sehr schnell - dies umso mehr, wenn die Kinder in der Zwischenzeit ganz unter dem Einfluss des anderen Elternteils steht.

Handeln Sie sofort!

Sie können sich zunächst an das Jugendamt oder an den Kinderschutzbund wenden. Beide Stellen versuchen zu vermitteln und Sie und Ihren Ehepartner in gemeinsamen Gesprächen zu einer Einigung zu bringen.

Sollte das aber nicht klappen, insbesondere weil Ihr Ehepartner abblockt und keine Einigungsbereitschaft zeigt, dann sollten Sie so schnell wie möglich einen Antrag auf Einräumung des Umgangsrecht bei dem Familiengericht stellen. Dies können Sie entweder selbst tun oder Sie können einen Anwalt damit beauftragen. Leider dauert dieses Verfahren, selbst dann, wenn Sie einen Eilantrag (einstweilige Verfügung) stellen, oft mehrere Monate. Das Gericht bezieht immer das Jugendamt mit ein. Im Laufe des Verfahrens wird ein Mitarbeiter des Jugendamtes mit Ihnen und Ihrem Ehepartner getrennte Gespräche führen und Sie zu der Situation und Ihrem Lösungsvorschlag befragen. Das Jugendamt gibt dann eine Zusammenfassung der Gespräche an den Richter weiter. Erst dann findet ein Gerichtstermin statt, der über das weitere Umgangsrecht entscheidet.

Wenn Ihnen per Gerichtsurteil ein Umgangsrecht zuerkannt worden ist und Ihr Expartner weiterhin den Umgang verweigert, haben Sie mehrere Möglichkeiten, Ihr Umgangsrecht durchzusetzen:

  • Bei Gericht die Androhung eines Zwangsgeldes beantragen. Wenn sich Ihr Expartner dann immer noch nicht an das Urteil hält, wird das Zwangsgeld festgesetzt - nicht selten in erheblicher Höhe;

  • Bei Gericht die Zwangshaft beantragen, z.B. wenn die Zahlung des Zwangsgeldes nicht geholfen hat oder wenn sich Ihr Expartner mit dem Kind ins Ausland absetzen will;

  • Ansonsten werden Sie das Umgangsrecht aber - realistisch - kaum gegen den Willen des Kindes und des anderen Elternteils kaum durchsetzen können.

  • In Extremfällen können Sie die Übertragung des Aufenthaltbestimmungsrechts auf sich beantragen. Es verbleibt dann grundsätzlich bei der gemeinsamen elterlichen Sorge, nur ein Teil der Sorge, das Aufenthaltsbestimmungsrecht, wird auf Sie alleine übertragen. Sie alleine können dann bestimmen, wo sich Ihr Kind aufhalten soll. Sie können also auch bestimmen, dass das Kind bei Ihnen leben soll.

  • Nur ganz selten wird die Vereitelung des Umgangsrechts ein Grund für die Übertragung der gemeinsamen elterlichen Sorge auf Sie alleine sein.