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Betreuungsunterhalt lediger Mütter
Wie lange wird Unterhalt gezahlt? Was sind die Voraussetzungen?
Wie wird die Höhe des Unterhalts berechnet?
Was wird noch alles erstattet (Säuglingserstausstattung, Kinderwagen, Autositz, etc.)?
Bekommt die Mutter auch Unterhalt, wenn sie vor der Schwangerschaft nicht gearbeitet hat?
Wie wird der Unterhalt geltend gemacht?
Bekommt die Mutter auch Unterhalt, wenn sie weitere (ältere) Kinder von anderen Vätern hat?
Bekommt die Mutter auch Unterhalt, wenn sie schon Unterhalt von einem Ex-Mann bekommt?
Was muss man u.a. beachten?
Bekommt das Kind Unterhalt vom Vater? Wie geht das?
Was ist, wenn der Vater noch verheiratet ist?
Was ist, wenn der Vater noch anderen Personen (Ehefrau, eheliche Kinder) Unterhalt zahlen muss? Gehen die vor?
Was ist, wenn der Vater sich um das Kind alleine kümmert? Wer zahlt dann?
Gerichtsurteile
Was ist neu nach der Unterhaltsreform (1.1.2008)?
Sorgerecht / Sorgerechtsreform (Neu!)
Umgangsrecht
Versorgungsausgleich
Zugewinnausgleich
Gemeinsame Konten und Schulden
Ehewohnung
Ehevertrag / Scheidungsfolgenvereinbarung
Steuern (Beiträge von Steuerberater K. Treyde)


Wie wird der Unterhalt geltend gemacht?

Sie sollten den Vater zunächst zur Unterhaltszahlung auffordern. Schreiben Sie ihm per Einschreiben/Rückschein. Machen Sie Ihren Unterhalt (lieber zu hoch, als zu niedrig) geltend und setzen Sie ihm eine Zahlungsfrist. Denken Sie am besten gleichzeitig an die Geltendmachung des Kindesunterhalts. Hierfür sollten Sie ihn zur Auskunftserteilung über sein Einkommen und Vorlage entsprechender Belege auffordern.

Wenn sie beide eine einvernehmliche Regelung über die Höhe des Unterhalts gefunden haben, können sie seine Zahlungsverpflichtung in einem Vertrag festhalten. Es genügt ein zwischen Ihnen beiden aufgesetzter und unterschriebener Vertrag. Sicherer ist allerdings eine notarielle Beurkundung, da sie dann im Falle der Nichtzahlung sofort vollstrecken können. Wenn Sie die Verpflichtung nur formlos schriftlich festgehalten haben, müssen Sie zunächst Klage erheben und können dann erst vollstrecken, wenn ein Urteil oder ein Beschluss vorliegt. Hier geht unter Umständen viel Zeit ins Land, bevor Sie ihr Geld sehen.

Bei einer vertraglichen Einigung ist zu berücksichtigen, dass ein (auch nur teilweiser) Unterhaltsverzicht nicht wirksam ist. Selbst wenn sich die Mutter also auf einen (auch nur teilweisen) Verzicht einlässt, kann sie wegen Unwirksamkeit dieser Vereinbarung künftig dennoch Unterhalt geltend machen. Ob sie das nun tatsächlich tut oder nicht, bleibt ihr überlassen. Wirksam ist allerdings ein Verzicht auf Unterhalt für die Vergangenheit.

Wenn der Vater nicht freiwillig zahlt oder gar seine Vaterschaft bestreitet, müssen Sie Ihre Ansprüche bzw. die Ihres Kindes gerichtlich geltend machen im Wege einer einstweiligen Anordnung (§ 641 d ZPO) oder im Wege einer einstweiligen Verfügung (§ 1615 o Absatz 2 BGB). Voraussetzung für die einstweilige Anordnung ist, dass Sie zuvor einen Antrag auf Feststellung der Vaterschaft stellen. Voraussetzung der einstweiligen Verfügung ist, dass die Vaterschaft anerkannt worden ist oder vermutet wird.

Mit der einstweiligen Verfügung kann nur der Kindesunterhalt der ersten drei Monate, die Säuglingserstausstattung und der Unterhaltsanspruch der Mutter selbst für eine Zeit von 14 Wochen geltend gemacht werden.

Bei den Verfahren der einstweiligen Anordnung oder Verfügung handelt es sich um Eilverfahren, die sich aber auch einige Monate hinziehen können. Da auf diesem Wege auch nur Unterhalt für eine kurze Zeit geltend gemacht werden kann, sollte unabhängig hiervon eine „normale“ Klage auf Unterhalt vorbereitet werden. Sofern der Vater seine Vaterschaft nicht anerkennt, muss auch die Feststellung der Vaterschaft gerichtlich geklärt werden.